St.-Peterskirche

Eine geheimnisvolle Kreatur mit Hörnern und grünen Händen schaut unter dem schwarz-weißen Gewand einer Figur hervor und vermittelt eine surreale und unheimliche Stimmung.

 

Entdecke wie Dieric Bouts aus biblischen Geschichten wahre Meisterwerke der Kunst macht. Und wenn dir das Martyrium des Heiligen Erasmus zu viel wird, ist es nur ein kleiner Schritt zu einem anderen Meisterwerk. 

St.-Peterskirche

An dieser Stelle stand einst eine romanische Kirche. Der Bau der heutigen gotischen Kirche, an dem auch die berühmten Architekten Sulpitius van Vorst und Jan Keldermans II. beteiligt waren, wurde im 15. Jahrhundert in Angriff genommen. Dieses Gotteshaus spielte eine entscheidende Rolle in der Stadtgeschichte von Leuven. Die ehrgeizigen Pläne, die Kirche mit drei Türmen auszustatten, wurden aufgrund finanzieller und baulicher Probleme nie verwirklicht. Im Jahr 1570 kam es sogar (teilweise) zum Einsturz der Kirche. Der große Westturm wurde danach nie fertiggestellt. 1980 wurde der imposante Altarraum der Kirche in ein Museum umgewandelt, das 2009 den Namen M-Schatzkammer von St.-Peter erhielt.

 

Gotisches Kathedraleninnere mit hohen Bögen, kunstvollen Schnitzereien und einem gewölbten Dach. Menschen in zeitgenössischer Kleidung sind im Raum verteilt und schaffen eine ruhige, ehrfürchtige Atmosphäre.
Eine in Rot und Weiß gekleidete Gestalt steht im Freien, hält einen stab mit Kreuzaufsatz und ein Buch, während ein ruhiger Löwe in der Nähe ist. Die Szene vermittelt Ruhe und Ehrfurcht.

Triptychon mit der Darstellung des Martyriums des Heiligen Erasmus, Dieric Bouts

Dieric Bouts stellte das Triptychon mit dem Martyrium des Heiligen Erasmus um 1460 fertig. Im Mittelpunkt steht Erasmus, der Bischof von Antiochia aus dem 3. Jahrhundert. Er fiel der Christenverfolgung zum Opfer und wurde von den Römern zu Tode gefoltert. Der Legende nach befreite ihn ein Engel. Per Boot reiste er nach Italien. Während der Reise geriet das Schiff in einen Sturm und fing Feuer. Erasmus brachte das Feuer unter Kontrolle und wurde zum Schutzpatron der Seeleute ernannt. Deshalb wird er oft mit einer mit Schiffstau umwickelten Ankerwinde als Attribut abgebildet. Obwohl dies seine Seereise symbolisieren sollte, wurde es von den Menschen als Folterwerkzeug interpretiert. Bouts malte die Winde als Foltergerät, mit dem die Folterer die Eingeweide aus dem Bauch des lebenden Erasmus entfernen. Es fließt kein einziger Tropfen Blut. Die Henker, Richter, Heiligen und das Opfer schauen unbeeindruckt zu. Die farbenprächtige Landschaft im Hintergrund lenkt vorübergehend von den Schrecken im Vordergrund ab.

Ein Mönch in schwarzer Robe und rosa Kappe hält einen Stab und ein Buch und steht vor einer felsigen Landschaft. Eine mystische Kreatur lugt hinter ihm hervor. Ruhig, historisch.
Triptychon von Dieric Bouts, das das Martyrium des heiligen Erasmus darstellt. Das zentrale Panel zeigt eine Gruppe von Männern mit einer liegenden Figur, die gefoltert wird. Die Seitenflügel zeigen zwei Heilige: links eine in Rot gekleidete Figur mit ein
Dreizehn Männer in Gewändern versammeln sich um einen Tisch zu einer Mahlzeit. Die Szenerie ist ein detaillierter mittelalterlicher Raum mit hohen Decken, Rundbogenfenstern, einem Kronleuchter und Gemälden an den Wänden.

Altarbild des Allerheiligsten Sakraments, Dieric Bouts

Das Altarbild des Allerheiligsten Sakraments, besser bekannt als Das letzte Abendmahl, gilt als ein Meilenstein der Malerei in den Niederlanden und Belgien. Das Triptychon befindet sich noch heute in der St.-Peterskirche, für die Dieric Bouts es ursprünglich malte. Das Stück wurde 1464 von der Bruderschaft des Heiligen Sakraments in Auftrag gegeben. Bouts arbeitete vier Jahre lang an diesem Meisterwerk. Die mittlere Tafel stellt das letzte Abendmahl mit Jesus und seinen Aposteln dar. Die vier Seitentafeln zeigen Geschichten aus dem Alten Testament. Bouts war der erste Maler, der das letzte Abendmahl in einem derart großen Maßstab darstellte. Das Werk zeugt von seiner beeindruckenden Kenntnis und Beherrschung der Regeln des perspektivischen Malens. Ein echtes Meisterwerk!

Ein detailliertes Triptychon zeigt im zentralen Panel das letzte Abendmahl mit Jesus und den Aposteln um einen Tisch versammelt. Die umliegenden Tafeln zeigen lebendige biblische Szenen, darunter eine Auferstehung, ein Treffen im Freien und einen Engel, der einer schlafenden Figur erscheint.
Triptiek met het Laatste Avondmaal - Dieric Bouts
Triptiek met het Laatste Avondmaal - Dieric Bouts
Triptiek met het Laatste Avondmaal - Dieric Bouts
Triptiek met het Laatste Avondmaal - Dieric Bouts

Edelheere-Tryptichon, nach Rogier van der Weyden

Um 1435 malte Rogier van der Weyden seine weltberühmte Kreuzabnahme für die Kapelle der Marienkirche Ginderbuyten (Onze-Lieve-Vrouw van Ginderbuyten) in der Nähe des heutigen Tiensepoort. Heute kann man das Werk im Prado in Madrid bewundern. Auf goldenem Hintergrund malte Van der Weyden zehn Figuren, die von subtiler, aber gleichzeitig intensiver Traurigkeit durchdrungen sind. Die Körper von Maria und Jesus scheinen das Spiegelbild des jeweils anderen zu sein. Wie groß der Einfluss der Kreuzabnahme war, zeigt sich an den zahlreichen Kopien, die bald darauf in Umlauf waren. Eine der ältesten bekannten Kopien ist das Edelheere-Triptychon aus dem Jahr 1443. Vermutlich stellte es ein Maler aus Leuven im Auftrag von Willem Edelheere her, ein Patrizier aus Leuven. Das Werk war für den Altar der Grabkapelle seiner Familie in der St.-Peterskirche gedacht, wo es heute besichtigt werden kann.

Ein Triptychon zeigt die Kreuzigung. Mitte: Der leblosen Körper Jesu wird herabgelassen. Die linken und rechten Tafeln zeigen Trauernde in düsterer Kleidung, die Trauer ausdrücken.

Triumphkreuz-Ensemble, Atelier von Jan Borreman dem Älteren

Dieses Triumphkreuz aus Eichenholz ist ein Meisterwerk der Brabanter Spätgotik und stammt aus dem Brüsseler Atelier des berühmten Holzschnitzers Jan Borreman dem Älteren (ca. 1460-1520). Es stammt aus der Zeit nach 1488. In diesem Jahr wurde der Lettner, auf dem das Kreuz ruht, errichtet. Dieser Standort ist typisch für Triumphkreuze, die die Grenze zwischen dem Presbyterium mit dem Hauptaltar und dem Kirchenschiff mit den Gläubigen markieren. Das Ensemble besticht durch sein kraftvolles Erscheinungsbild. Die Darstellungen des gekreuzigten Christus, des Johannes und der Maria sind sehr ausdrucksstark, realistisch und detailgenau. Die Komposition ist symmetrisch und ausgewogen. Das Werk hatte großen Einfluss auf die Bildhauerei in Brabant um 1500.

Innenraum einer gotischen Kathedrale mit einem kunstvollen Kruzifix. Hohe Bogenfenster, filigrane Schnitzereien und Statuen von Maria und Heiligen erzeugen Ehrfurcht und Staunen.
Zwei silberne Statuen auf goldenen Sockeln zeigen in Gewänder gekleidete Figuren mit Schwertern. Jede steht mit feierlichem Ausdruck und strahlt Würde und Ehrfurcht aus.

Reliquienstatuen, Jan Wynants

In den beiden Kapellen des südlichen Seitenschiffs kannst du wunderschöne Beispiele der Goldschmiedekunst bewundern. Es ist nur ein kleiner Teil der vielen hundert liturgischen Objekte und Devotionalien, die die Kirche einst besaß. Diese acht meisterhaften Reliquienstatuen stammen aus dem frühen 16. bis frühen 18. Jahrhundert. Sie wurden von Goldschmieden aus Leuven und Brüssel angefertigt. Die Reliquien befinden sich in der Figur selbst oder in einem Attribut. Die Herkunft der Figuren ist nicht immer bekannt. Von den beiden Statuen Petrus und Paulus wissen wir, dass sie 1618 vom Silberschmied Jan Wynants aus Leuven 1618 anfertigt wurden.

Topstukken

Der heilige Petrus (um 1600-1649) - Theodoor van Loon

Ein älterer Mann mit grauem Bart kniet im Gebet und blickt feierlich nach oben. Er ist in ein blaues Gewand und einen orangen Umhang gehüllt. Ein Hahn steht im schwach beleuchteten Hintergrund in der Nähe eines Buches.

Das Werk stellt den Heiligen Petrus dar und wird Theodoor van Loon zugeschrieben.

Praktische Informationen

Adresse

Grote Markt 1
3000 Leuven
Belgien
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Öffnungszeiten

  • Zwischen dem 1. Oktober und dem 31. März ist die Kirche mittwochs geschlossen.
  • Montag bis Samstag von 10 bis 16:30 Uhr geöffnet.
  • Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 16.30 Uhr geöffnet. 

Barrierefreiheit

  • Ist teilweise zugänglich.

Weitere Informationen

Gut zu wissen

  • Eintritt: frei
     

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